Schießbrille für Pistole

Wann braucht ein Pistolenschütze eine Schießbrille ?

Die Hauptaufgabe beim Zielvorgang ist es, (Kimme) und Korn konstant scharf zu sehen. Ebenso, dass die Kimme in Waage ist. 

Der Mensch neigt dazu, auf Dinge zu akkommodieren ( Entfernungseinstellung / focussieren ) die für ihn interessant erscheinen oder die von der Arbeitsleistung des Auges bequemer sind. Unsere Scheiben sind je nach Disziplin weit entfernt und bedeutet in allen Fällen, dass das Auge im akkommodationsfreien Zustand ist. Aus diesem bequemen, arbeitsfreien Zustand heraus auf die Visierung scharf zu stellen ist anstrengend und erfordert permanente Konzentration. Diese Sehaufgabe über lange Zeit durchzuhalten wird durch eine Fehlischtigkeit noch erschwert.

 

Weitsichtigkeit: Bei der Weitsichtigkeit kann der Schütze die Scheibe leichter wahrnemen, verbraucht allerdings schon ein Teil seiner Akkommodation um seine Fehlsichtigkeit wegzuarbeiten. Um die Visierung scharf zu stellen, muss er noch mehr Leistung aufbringen, was aber das restliche Kraftpotential nicht zulässt. Der Schütze ist immer geneigt auf die Scheibe zu schauen.

 

Kurzsichtigkeit: Die Kurzsichtigkeit ermöglicht es dem Pistolenschützen zwar Kimme und Korn leichter zu kontrollieren, allerdings bleibt die Scheibe so verschwommen, dass ein Zielvorgang nicht möglich ist. Durch Akkommodation kann die Entfernung nicht ausgeglichen werden.

 

Astigmatismus: Vielmehr unter dem Begriff Hornhautverkrümmung bekannt, verursacht sie eine "Verzerrung" der Abbildung im Auge. Wird ein Punkt an der Wand angeschaut, wird dieser Punkt im Auge als oval oder als "Punkt mit Verwischern" in eine Richtung empfunden.

 

Der Grad der Fehlsichtigkeit beeinflusst die oben beschriebenen Wahrnehmungen.

 

Ein Schießbrille ermöglicht es dem Schützen, je nach Kopf und Körperhaltung, nach Fehlsichtigkeit und Disziplin, die Visierung dauerhaft zu kontrollieren und das Zielbild schneller zu erkennen. Mit dem Einsatz einer Irisblende in der Brille, ist es möglich die Tiefenschärfe zu stellen.

 

 

 

Seheindruck - Kimme und Korn - Scheibe - Irisblende

Schießbrille für Gewehr

Wann braucht ein Gewehrschütze eine Schießbrille ?

Eine individuell angepasste Schießbrille ist beim Schießen von Langwaffen, mit Diopter oder Kimme und Korn immer dann sinnvoll, wenn mit Kopfneigung nach vorn gezielt wird. Der Durchblickspunkt ist dann innen-oben beim Brillenglas. Hier ergeben sich Verzeichnungen, Abbildungsfehler, prismatische Abweichungen und eine falsche Dioptrienstärke. Zum Verständnis: versucht einmal schräg durch eine Lupe zu schauen ! Je nach Stärke des Brillenglases ergeben sich diese wahrgenommenen Abbildungsprobleme auch beim Schießen. Da der Zielvorgang eine hohe Sehleistung erfordert und das Zielbild in Bruchteilen einer Sekunde erkannt werden muss, beeinflussen diese Negativfaktoren die Leistung im hohen Maße. Bei einer angepassten Schießbrille treten diese Probleme nicht auf, da sie in allen Richtungen ( siehe unten ) auf Anschlag und Körperhaltung eingestellt wird.

 

 

 

 

Falsch ! Mit vorgeneigtem Kopf ergibt sich eine Blickrichtung am Brillenglasrand.

Falsch ! Der Schütze hat den Fassungsrand der Brille in der Visielinie.

 

 

Richtig ! Die Schießbrille ist genau auf die Höhe der Visierlinie eingerichtet.

Richtig ! Das Brillenglas steht in allen Ebenen senkrecht zur Blickrichtung.

Richtig ! Der Glashalter ist zur Nase verschoben, sodaß die gewohnte Kopfhaltung beibehalten werden kann. Der geeignete Gehörschutz ist selbstverständlich im Ohr !

"Das optimale Sehen können wir für Euch verwirklichen, der Rest ist Kopfsache."